Wer versendet mir Wertgegenstände, insbesondere Schecks?

Die versicherte Versendung von Schecks scheint eine Niesche zu sein, die sich nicht sehr großer Beliebtheit erfreut. Ich habe mich bei dem Mandatenauftrag (Scheck soll von Ort X nach Y) schon selbst im ICE gesehen, nachdem ich die Standartdienstleister abgeklappert hatte.

Zunächst dachte ich bei einem Scheck daran, dass ich diesen – da ich nur den freien (Inhaberscheck) Scheck kannte – selbst in meine Geschäftsbank hineintrage, dort das Geld auf einem dafür angelegten Anderkonto einzahlen lasse und dann die Wertsumme an die Begünstigte auskehre. Dabei hatte ich noch die Differenzierung zwischen Scheck und Verrechnungsscheck im Kopf, denn das war die einzige Scheckform, mit der ich je in Kontakt gekommen bin, dank einer Rückzahlung der Stadtwerke.

Dabei habe ich nicht daran gedacht, dass neben dem Inhaberscheck – welcher durchaus nicht der verbreitetste ist – eben der Orderscheck (gerade im Ausland) die Regelform darstellt und somit das Wertpapier nur von derjenigen Person eingelöst werden kann, die auch als Begünstigte in dem Scheck benannt ist. Die einzige Möglichkeit der Einlösung durch mich wäre gewesen, ich hätte ein Rückenvermerk (Indossament) der Begünstigten auf dem Scheck gehabt. Dann wäre die Begünstigte aber auch schon in Kontakt mit dem Scheck gekommen und der Versand bzw. die Auskehrung wäre überflüssig gewesen.

Die Standartanlaufstellen sind also DHL, UPS, Hermes, DPD und GLS gewesen: Rückmeldung ist gewesen, dass Wertgegenstände nur zu unterschiedlichen Versicherungssummen – der Maximalwert ging bis 3200 EUR – versendet werden. Bargeld (darunter fassen die meisten Dienstleister Schecks) allerdings gar nicht.

Ich hatte von dem Rechtsanwalt der Begünstigten den Tipp bekommen bei Gerichtsvollziehern anzufragen, ob diese wohl den Auftrag annehmen würden. Ich hielt das für eine schlaue Idee, denn immerhin hatte ich im Studium gelernt: Wenn ich sicherstellen möchte, dass bezeugt wird, dass ein bestimmtes Schreiben, mit dem bestimmten Inhalt, an eine bestimmte Person übergeben worden ist, dann kann ich das auch durch einen Gerichtsvollzieher vornehmen lassen. Diese Person muss mir nichts schulden oder ich ihr. So habe ich eine gerichtsfest-bewiesene Zustellung. Also habe ich mit dem für meinen Bezirk zuständigen Gerichtsvollzieher telefoniert, der mir sagte, dass grds. auch Wertgegenstände zugestellt werden können durch den Gerichtsvollzieher, aber dann eben nur im entsprechenden Bezirk, denn für Dokumente wird die Deutsche Post bemüht, um diese zwischen den Bezirken zu versenden. Auch hier also eine unliebsame Negativ-Auskunft. Immerhin aber habe ich erfahren, dass ihm mal ein Dienstleister genannt wurde, mit dessen Hilfe solche Wertgegenstände versendet werden sollen.

Ich habe daraufhin nach längerer Recherche herausgefunden, dass Wertgegenstände (Schmuck wie Uhren, Gold und Edelsteine, sowie Bargeld und andere Wertpapiere) in der Postdienstleistersprache Varloren genannt werden. Eine solche Valore habe ich, dachte ich und ich kann nun gezielt auf die Suche gehen. INTEX Paketdienste liefert leider nur Schmuck und andere Valoren, die jedenfalls kein Bargeld sein dürfen (auch hier war mein Scheck darunter). Zumindest aber gab mir der Mitarbeiter die Auskunft, dass G4S der Dienstleister sein könnte, der mir das Produkt versendet. Diese wurden mittlerweile aufgekauft von Securitas und dort gab man mir die Auskunft: “Das machen wir nicht. Wertpapiere versenden wir grundsätzlich nicht.” Ich bei ParcelBroker an und es gab wieder eine Negativauskunft. Ich war schon kurz davor zu glauben, dass es überhaupt keinen Dienstleister in Deutschland gibt, der mir meinen Scheck von X nach Y versendet.

Dann habe ich allerdings das Unternehmen OPExx Potsdam gefunden, bei denen ich zunächst auch die Auskunft bekam “Das machen wir nicht. Allerdings, wenn Sie mir sagen, dass Ihnen die Versicherung egal ist, dann schicke ich Ihnen das auch überall hin.” In meinem Kopf freundete ich mich schon mit dem Gedanken an, dass offenbar keine Versicherung bereit ist mir meinen Scheck-Versand zu versichern und deshalb kein Postdienstleister bereit ist, mir meinen Scheck zu versenden. Jedoch sprach der Mitarbeiter kurz mit dem Chef im Haus und der gab grünes Licht für den Versand. Versichert. Perfekt. Grundpreis + Anteil der Versicherung + 8% Kraftstoffanteil. Sehr viel vorteilhafter als ein nichtversicherter Versand mit dem Risiko des Abhandenkommens und sehr viel günstiger als eine eigene Reise der Begünstigten oder mir, um den Scheck persönlich zu übergeben.

Ich habe daraus gelernt, nicht jeden Auftrag blind anzunehmen und, dass Valoren nicht gleich Valoren sind und merke mir das Unternehmen OPExx.