Archivbild einer Decke im Rohbau

Mein Handwerker arbeitet schwarz!

Ich habe vor Kurzem nach einem Weg gesucht, wie ich mir von jemandem mein Wohnzimmer streichen lassen kann, ihm Geld dafür geben kann und ich gleichzeitig mich und ihn vor einer Strafbarkeit schützen kann. Mein designierter Handwerker betreibt kein Gewerbe, ich möchte kein Handwerksunternehmen engagieren. Wie gehe ich also vor?

Zunächst für mich das Schreckensszenario: ich engagiere mir einen Handwerker, der mir die Bude streicht und im besten Fall auch andere Handwerksarbeiten im Rahmen meines Umzuges durchführt. Diesen heuer ich nun auf die denkbar schnellste Art und Weise an: ich frage, ob er das macht, er sagt ja, ich gebe ihm den von ihm verlangten Betrag und er führt durch, was er so tun soll. Keine Behörde Deutschlands hört jemals von uns. Das ist die gemeinhin bekannte Schwarzarbeit. Es gibt keine Rechnung, es gibt keine Abgaben. Aber ein paar weitere Dinge gibt es auch noch nicht: Rechtssicherheit vor der Strafverfolgung, einen Anspruch auf Leistung und Versicherungsschutz.

In einer solchen Konstellation, in der Menschen Dienstleistungen erbringen ist nicht per se eine bestimmte Steuer hinterzogen, jedenfalls aber ist eine Steuer hinterzogen. Denn ob die Tätigkeit nun als Umsatzsteuerpflichtig oder als Lohnsteuerpflichtig eingeschätzt wird, darf dahinstehen – eine Straftat liegt jedenfalls vor. Und daneben hinterziehe ich möglicherweise auch noch Entgelte, die eigentlich dem Sozialversicherungsträger zustehen.

Es handelt sich hier auch nicht ansatzweise um horrende Beträge. Ganz im Gegenteil. Diese Dinge bewegen sich in sehr kleinen Beträgen, aber nichts desto trotz bergen sie große Schwierigkeiten.

Diese Situtation ist vielleicht hinreichend bekannt: mir wird jemand durch jemand anderes empfohlen, den ich nicht kenne, weil ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nach einem Maler für mein Wohnzimmer gefragt habe. Ich möchte aber kein Malerunternehmen engagieren, weil ich mich vor hohen Kosten scheue (ich habe im Übrigen noch nie ein Maler-Unternehmen engagiert und weiß gar nicht nach welchen Kriterien die Vergütung abläuft). Und jetzt pfuscht diejenige Person, oder noch viel schlimmer: zerstört bei der Ausführung der Tätigkeit etwas. Wenn ich diese Person schwarz beschäftigt habe, möchte ich damit doch gar hicht vor Gericht gehen, denn dann fliegt das Ganze auf. Außerdem bekomme ich möglicherweise ohnehin nichts zugesprochen, denn das Schwarz-Arbeits-Bekämmpfungs-Gesetz soll genau das tun: Schwarzarbeit unattraktiv machen.

Diese Fallstricke umgehe ich, wenn ich z.B. jemanden für eine kurzfristige Beschäftigung in meinem Privathaushalt engagiere. Die Person ist angemeldet bei der Sozialversicherung, Rentenversicherungspflicht besteht nicht, Lohnsteuer kann pauschal in Höhe von 25% vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt werden. Ein 5-minütiges Gespräch reicht dafür aus. Und dabei ist schon die Wartezeit mit einberechnet. Für diese Angelegenheit bietet die Knappschaft Bann See im Rahmen der Minijob Zentrale Vordrucke an, die kinderleicht ausgefüllt werden können. Beratungshotline inklusive, falls ich mal nicht weiterkomme, beim Ausfüllen.

Und jetzt kommt der Kracher: ich habe Steuervorteile, wenn ich meinen kurzfristigen Beschäftigten angemeldet habe. Ich kann meine Kosten von der Steuer absetzen. Die einzelnen Steuerbeträge variieren. Abermöglicherweise kommt es dann dazu, dass sich meine gesamten Ausgabenvon der Bemessungshöhe meiner Einkommensteuer abgezogen werden können. Am Ende des Jahres also kann es mich sehr gut gekommen sein, dass ich einen Beleg dafür habe, dass jemand von mir Kohle bekommen hat.

Ich verspreche dabei einen Fakt: den Stress und die Scherer eines Strafverfahrens, ohne dassich dafür jetzt noch die Gerichtskosten und die Rechtsanwaltskosten einkalkuliere, sind es nicht Wert zum Vabanque-Spieler zu werden. Lassen Sie sich nicht nur beraten, sondern gut.